Ein Ruhrgebiets-Musik-Projekt von Stefan Kaspring

Mein Name ist Stefan Kaspring, ich bin Musiker (Piano, Keyboards, Accordeon, Bass) und Komponist, geboren und aufgewachsen im Ruhrgebiet.
Diese Website gibt einen Einblick in das Konzept meines Projekts ‚REVIERKLANG‘.

Als ich nach 20 Jahren wieder ins Ruhrgebiet zurückgezogen bin, bekam ich das Gefühl wieder „zu Hause“ zu sein und begann gleichzeitig meine alte Heimat mit einem neuen, „frischen“ Blick zu sehen und zu entdecken.

Davon inspiriert entstand der Wunsch (instrumentale) Musik zu komponieren, die einen Bezug zu meinen Wurzeln, zum Ruhrgebiet hat.

Die Frage war also:

Wie könnte instrumentale Musik klingen, die mit dem Ruhrgebiet zu tun hat?
So entstand das Konzept für ‚REVIERKLANG‘:

Die zentrale Idee war, Original-Geräusche mit Ruhrgebietsbezug aufzunehmen, wie u.a. ein fahrender Förderkorb, Güterzüge, die Klangkulisse in einer Stahlhütte und die der A40, bis hin zu Schlaggeräuschen auf Halden-Landmarken.
Diese Geräusche wollte ich nicht nur in die Musik integrieren, vielmehr noch die Musik darauf aufbauen und sich davon inspirieren lassen.

Diese Musik sollte zugänglich und emotional sein und nicht abstrakt und experimental;
instrumentale Musik in der Tradition klassischen Songwritings konzipiert für etwa fünf Musiker.

Der Klang der Musik sollte etwas raues, kantiges und metallenes, gleichzeitig auch klangvolles, atmosphärisches und warmes haben.
Die Textur der Musik sollte vielfältig, detailreich und gleichzeitig klar sein.
Ähnlich eben wie das Ruhrgebiet oft beschrieben wird.

Die Instrumentierung sollte etwas Spezielles bekommen, das auch einen Bezug zum Ruhrgebiet hat:
Mein Instrument das Klavier sollte einen metallischen Klangcharakter haben, gewissermaßen zum „Stahl-Piano“ werden.
Mein erstes Instrument, eine luftbetriebene Magnus-Orgel aus den 60er Jahren und mein alter analoger Synthesizer-Dinosaurier aus den 80er Jahren sollten dabei sein, quasi als kleiner Bezug zur alten Montan-Tradition.

Als Melodie-Instrument drängte sich das Bandoneon auf, da sein Klangcharakter gut in das Konzept passt und ich es immer schon sehr mochte.
Aber vor allem, weil es das  Musikinstrument mit dem stärksten Ruhrgebiets-Bezug ist, denn in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es DAS Instrument des Bergmanns und Arbeiters im Ruhrgebiet, genannt das „Klavier des kleinen Mannes“.  Es gab mehrere Bandoneon-Vereine in jeder Stadt, das Instrument war Bestandteil der Alltagskultur des Ruhrgebiets.

Wie könnte man schließlich den Stil dieser Musik beschreiben?
Es ist weder „wirklich“ Jazz noch Popmusik, keine reine Film- oder Weltmusik, obwohl von alldem etwas enthalten ist.
Vielleicht kann ein neuer Begriff es am besten umschreiben:
Urbane Instrumental-Musik.